Was ist Tai Chi

Die Entstehung des Taijiquan
Tai Chi Chuan ist eine alte chinesische Bewegungskunst, die Beweglichkeit, Koordinationsvermögen, Gleichgewichtssinn und das allgemeine Wohlbefinden fördert. Es besteht im Wesentlichen aus Elementen des Wushu (Kriegskunst) und der Traditionellen Chinesischen Medizin und dient somit sowohl der Körperertüchtigung als auch der Gesundheit. Die Bewegungen werden langsam, bewusst und konzentriert ausgeführt und erreichen so auch eine meditative Wirkung, die sich positiv auf Geist und Emotionen auswirken.  In China wurde TCC unter Mao zum Nationalsport, der bewusst zur Gesunderhaltung des Volkes eingeführt wurde. Als die positiven Wirkungen dann allgemein bekannt wurden, trat es seinen Siegeszug rund um die Welt an.

Vorwort

Die chinesischen Kampfkünste werden Quanshu (Kampfkunst) oder Quanfa (Kampfmethode) genannt. Quan bedeutet wörtlich "Faust", wird aber in diesem Zusammenhang immer mit "Kampf" übersetzt. In Europa hat sich der Begriff Gongfu (oft auch Kung Fu geschrieben) eingebürgert. Gongfu bezeichnet aber keinen Kampfstil, sondern beschreibt viele Künste, die nach langer Übung zu beherrschen sind, wie Kalligraphie, Chi Gong, Malen und vieles mehr.

Obwohl auch die Kampfkünste zu Gongfu gerechnet werden, bezeichnet es sie nicht ausschließlich. Gongfu bedeutet übersetzt: "Zeit, Mühe und Kraft, die für eine besondere Fertigkeit eingesetzt werden". Weiter ist noch der Begriff Zhongguoquan (Chinesische Kampfkünste) bekannt.
Andere Begriffe sind Wushu ("Kriegskünste"), die heute eine versportlichte und akrobatische Richtung bezeichnen, die von vielen traditionell orientierten Meistern nicht als Kampfkunst akzeptiert wird.

Um die Geschichte und Entwicklung des Taijiquan zu verstehen, sollte man die Entwicklung der Kampfkünste in China kennen. Die Tradition den Kampfkünste in China ist schon sehr alt, genau ist sie nicht zurückzuverfolgen, man vermutet aber, daß sie nicht jünger als 3000 Jahre ist. In dieser Zeit haben sich unterschiedlichste Strömungen herausgebildet, die sich aber mehr oder weniger stark gegenseitig beeinflußt haben. Deshalb steht auch das Taijiquan nicht als geschlossenes System für sich alleine, sondern hat unter dem Einfluß verschiedener anderer Systeme eine besondere Entwicklung durchlaufen.

Das Shaolin-Kloster

Die wohl bekannteste und umfassendste Strömung der chinesischen Kampfkünste entspringt der Tradition des Shaolin-Klosters.
Im Jahr 495 fand eine kleine Gruppe buddhistischer Mönche Zuflucht vor der Verfolgung durch rivalisierende Feudalherren auf einem Bergmassiv im nördlichen Henan. Dort bauten sie ein Kloster, dessen Umgebung mit jungen Kiefern bepflanzt wurde, weshalb man es "Shaolin" (Junger Wald) nannte.
Schon kurz nach der Entstehung wurden dort Kampfkünste geübt. 523 kam der indische Mönch Bodhidharma in das Shaolin-Kloster und führte gymnastische Übungen zur Gesunderhaltung (Yijinjing) ein, die die Kampfkünste wesentlich bereichert haben. Ihm schreibt man die Gründung des Shaolin-Kampfkunst-Systems zu. Bodhidharma flocht die Lehren des Chan (Zen) stark in die Traditionen der Künste ein und das Shaolin-Kloster wurde schon bald berühmt wegen der besonderen Fähigkeiten der Mönche. Das buddhistische Chan und der Daoismus begannen sich bald gegenseitig zu beeinflussen, denn ihre Lehren hatten viele Gemeinsamkeiten, und beide kannten ein großes Potential an esoterischen Praktiken. Teile der chinesischen daoistischen Lehre wurden zusammen mit ihren Qi Gong-Übungen in das sich heranbildende Chan des Shaolin-Quanfa übernommen und dort weiterentwickelt. In China sagt man auch, Chan sei die chinesische Weise, den Buddhismus zu betrachten und besteht aus einer Verbindung der besten Inhalte des Buddhismus mit dem Daoismus.
Das Kloster entwickelte sich zu dem größten Kampfkunstzentrum in China, von dem alle wesentlichen Strömungen ausgingen. In den Blütezeiten lebten über 1000 Mönche dort und mehr als 500 Kampfkunstmeister erforschten gemeinsam ihre Künste. So ist es verständlich, daß bei so einer Ballung von großen Potentialen die Forschung der Kampfkünste dort enorme Fortschritte machte. Fast alle chinesischen Kampfkünste leiten sich direkt oder über Umwege von der Shaolin-Tradition ab und auch die "Weichen Kampfkünste" sind stark von ihnen beeinflußt worden. Viele kampfkunstübergreifende Systeme wie das Qinna und die Vitalpunktstimulation (Dian Xue) wurden dort entwickelt und sind
heute auch im Taijiquan zu finden. Das Kloster wurde 1673 und nach dem Wiederaufbau 1928 zerstört. 1957 wurde es wieder aufgebaut und heute gibt es einige alte Meister, die versuchen die Tradition fortzusetzen. Doch in erster Linie ist das Shaolin-Kloster heute eine Touristen-Attraktion, die entsprechend kommerziell geführt wird. Das Erlernen traditioneller Kampfkunst ist dort heute kaum noch möglich.

Waijia die äußeren Kampfkünste

Waijia, die "äußeren Schulen", stehen repräsentativ für die Kampfkünste des Shaolin-Klosters und deren Ableitungen. Nach ihrer starken Verbreitung auch außerhalb des Shaolin-Klosters unterteilte man sie in die "Nördlichen Schulen" und die "Südlichen Schulen". Die "Nördlichen Schulen" (Beitui, wörtlich "nördliches Bein") haben höhere Stellungen, schnelle Stoß- und Schlagtechniken, hohe Fußtritte und Sprünge. Die "Südlichen Schulen" (Nanquan, wörtlich "südliche Faust") bevorzugten Fausttechniken und feste, tiefe Stellungen. Doch diese Unterteilung in Nördlich und Südlich ist heute nicht mehr wesentlich, da sie lediglich auf die frühere Verbreitung hinweist. Die Waijia werden auch als die "harten Kampfkünste" bezeichnet, da ihre Schwerpunkte mehr oder weniger auf der Entwicklung von körperlicher Kraft und Geschwindigkeit beruht.

Zhang San Feng

In vielen Legenden wird ein Mönch namens Zhang San Feng als der Begründer des Taijiquan genannt. Zhangs Lebensdaten sind nicht mehr genau festzustellen, es wird vermutet, daß er vom Ende der südlichen Song-Dynastie (1127 - 1279) bis zum Anfang der Ming-Dynastie (1368 - 1644) lebte. Manche Autoren vermuten 1247 als sein Geburtsjahr. Manche Schriften behaupten, er hätte annähernd 400 Jahre gelebt. Heute nimmt man an, daß vielleicht mehrere Personen unter dem Synonym Zhang San Feng zusammengefaßt wurden. Zhang war der Sohn eines chinesischen Beamten und erhielt eine klassische Ausbildung. Schon mit 13 Jahren bestand er die kaiserlichen Beamten-Examen. Für kurze Zeit war er Magister im Distrikt Zhongshan, was er aber bald aufgab, um sich seinen persönlichen Studien zu widmen. Er wurde auch über 10 Jahre im buddhistischen Shaolin-Kloster in den Kampfkünsten ausgebildet. Das Shaolin-Kloster galt damals als eine Stätte der höchsten Bildung und als Hochburg der Kampfkünste. Aber die Aubildung dort konnte nicht all seine Fragen beantworten. Er ging in das Wudang-Gebirge, damals das Zentrum daoistischer Philosophie, Kunst und Übung. Auf dem Nanshan-Berg lernte er von einem daoistischen Meister seine Philosophie. Später hielt sich Zhang in dem daoistischen Kloster der "Weißen Wolke" auf, wo er daran arbeitete ein eigenes Kampfkunstsystem zu entwickeln. Zwei verschiedene Legenden beschreiben, wie er zu seinem eigenen Stil inspiriert wurde. Die erste besagt, daß Zhang seine Eingebung im Schlaf erhielt. Die zweite beschreibt einen Kampf zwischen einer Schlange und einem Vogel. Welcher Vogel es war, ist in den Texten nicht einheitlich. Manchmal wird eine Elster, manchmal ein Kranich beschrieben. Der Vogel versuchte der Schlange mit kräftigen Schnabelhieben und Fußtritten beizukommen und schützte sich dabei mit kreisenden Flügelbewegungen. Die Schlange wich allen Angriffen geschickt aus, dabei bewegte sie sich kaum und wartete auf eine Blöße des Gegners. Der Kampf wurde von Zheng San Feng während der Meditation zufällig beobachtet, dabei erinnerte er sich an einen Ausspruch von Laotse: "Ich wage es nicht, anzugreifen und auch nur um einen Zoll vorwärts zu gehen, doch ich weiche um Ellen zurück. Dies bezeichnet man als Handeln durch Nicht-Tun (Wuwei), als Schlag ohne Kraft." Das brachte ihn auf die Idee, eine Kampfkunst zu entwickeln, die es erlaubt, den Gegner mit minimaler Kraft zu besiegen. San-Feng machte das Prinzip des Wuwei, "Nichthandelns", zu seiner höchsten Regel und setzte es als Ideal auch in den Kampfkünsten an höchster Stelle.Durch seine daoistischen Studien geprägt, versuchte er dann eine Kampfkunst des Nachgebens und der Sanftheit zu entwickeln. Er verließ das Kloster und siedelte in eine Höhle am Wudang-Berg in der Provinz Hebei. Dort gründete er die Kampfkunst "Vögel und Schlangen", in der er beide Kampfweisen vereinte.

Er verwendete kreisförmige Bewegungen der Hüfte und des Oberkörpers, geschlossene Blöcke und geschicktes Ausweichen. Weiterhin enthielt seine Schule Schläge mit kräftigem Zurückziehen, sogenannte "Umgekehrte Schläge" und kräftige Tritte. Zhang erhielt den Beinamen Jumbao und den Ehrennamen Dangchu-Zhenren, "Der wahre Mensch aus der Höhle" (sinngemäß: "Vollkommener Weiser"). Er verbreitete seine Schule stark, so daß sie schon bald in viele Stile zerfiel und man alle Stile unter dem Namen Wudangpai, nach dem Entstehungsort, zusammenfaßte. So entstand die erste (bekannte) weiche Richtung der Kampfkünste.
Später schrieb man ihm dann die Entwicklung des Taijiquan zu, da man es für die höchste Entwicklung seiner Theorien hielt. Heute sind aber an dieser Legende erhebliche Zweifel entstanden. Vielleicht kann man sagen, daß er durch seine neuen Theorien zumindest den Grundstein zum späteren Taijiquan gelegt hat.

Neijia  die inneren Kampfkünste

Auch wenn Zheng San Feng mit größter Wahrscheinlichkeit nicht das Taijiquan, sondern eine andere Kampfkunst entwickelt hat, kann man ihn doch zumindest laut den Legenden - als Wegbereiter des Taijiquan verstehen. Er entwickelte die Theorie der "Inneren Kampfkünste", Neijia nach der daoistischen Philosophie, die die Grundlage aller anderen "Inneren Kampfkünste" darstellt. Die Neijia werden auch "Weiche Kampfkünste" genannt, da sie vor Kraft und Geschwindigkeit, die innere Energie (Chi) üben. Trotzdem, daß Zheng San Feng zum Gegensatz zu den harten Stilen die weichen Stile gründete, wurde erst viel später die Unterscheidung der Kampfkünste in Waijia ("Äußere" oder "Harte Kampfkünste") und Neijiia ("Innere" oder "Weiche Kampfkünste") so genau getroffen. Diese Unterscheidung ist umstritten und wird von vielen Meistern abgelehnt. Den weichen Kampfkünsten fehlt ein so starkes Zentrum, wie es das Shaolin-Kloster für die harten Richtungen war. Zwar wurden teilweise auch in daoistischen Klöstern Kampfkünste geübt und gepflegt, aber nicht in solch großem Ausmaße. So fehlte auch eine Möglichkeit des regen Austausches. Und doch beeinflußten sie sich immer wieder gegenseitig und es gibt viele Parallelen zwischen den unterschiedlichsten Stilen.
Alle Neijia, die "weichen Kampfkünste", leitet sich von dem System des Zheng San Feng ab, dem Wudangpai. Diese Kampfkünste sind zwar verwandt mit denen aus dem Shaolin-Kloster, bauen aber alle auf der daoistischen Philosophie auf und versuchen, diese in der Bewegung zu verwirklichen. Diese Prinzipien sollen durch die Bewegung ausgedrückt werden, so daß sie das Denken und das gesamte Leben bestimmen. In diesen Kampfkünsten sind gesundheitliche Wirkungen, Geistige Harmonie, Verständnis der Natur (Dao) und Arbeit mit der inneren Energie (Chi) gleichwertig neben dem Kampfkunst-Aspekt zu sehen.
Neijia und Waijia sind nicht streng voneinander zu trennen, sondern bezeichnen meist nur die hauptsächlichen Schwerpunkte der Übung. Neijia und Waijia sind sich in vielen Bereichen sehr ähnlich. Heute ist das schwerer nachzuvollziehen, da manche Schulen der Neijia, wie das Taijiquan, sich inzwischen zu einer Gesundheitsgymnastik entwickelt haben. Dadurch veränderte sich ihr Erscheinungsbild wesentlich. Betrachtet man aber die Anwendungen in der Selbstverteidigung, so fallen aber viele Parallelen auf.
Natürlich hat auch die Waijia eine ausgefeilte Esoterik und ihre Meister verstehen es im fortgeschrittenen Studium ebenfalls die Energie des Gegners gegen ihn selbst auszunutzen. Die Meister der Neijia dagegen müssen auch ihre Hände und Finger abhärten, um sich nicht selbst zu verletzen, wenn sie einen Gegner treffen. Auch sie müssen gut durchtrainiert sein und alle Aspekte der Kampfkünste kennen. Deshalb ist die Unterscheidung in Neijia und Waijia relativ.

Der Ursprung des Taijiquan

Irgendwo in der oben beschriebenen Entwicklung ist auch die Entstehung des Taijiquan einzuordnen. Doch wann, wie, warum, und auch von wem das Taijiquan erfunden wurde, ist heute nur sehr schwer nachzuvollziehen. Eins ist klar: die Ursprünge des Taijiquan liegen wohl in dem Dorf der Chen-Familie. Doch wie genau es dorthin gekommen ist, weiß heute niemand mehr. Es scheint sogar, daß die Frage danach erst aufkam, als verschiedene Autoren begannen, Bücher über das Taijiquan zu veröffentlichen. Doch welche Antworten sie fanden, oder zum Teil auch erfanden, ist höchst unterschiedlich. Im folgenden Text sollen die wichtigsten Theorien vorgestellt werden.

Die Entstehung des Taijiquan

Vielfach wird behauptet, dass Taijiquan eine jahrtausende alte Kunst wäre, was wahrscheinlich auf das vermischen mit der uralten taoistischen Philosophie des Taiji (nicht Taijiquan !) zurückzuführen ist. Die genauen historischen Ursprünge dieser Philosophie liegen vermutlich viele tausend Jahre in der Vergangenheit. Zuerst wurde das Prinzip im I Ging  erwähnt, das aber auch nur sehr ungenau auf etwa 700 bis 1000 Jahre v. Chr. datiert werden kann. Hierin wird das Yin und Yang Prinzip erklärt, also das ständige Zusammenspiel von Gegensätzen und deren Bestreben nach Harmonie.  Und genau diese Prinzipien sind dann auch in die Bewegungskunst Taijiquan (und ihren Waffenformen Schwert, Doppelschwert, Säbel, Doppelsäbel, Speer, Stock, Langstock, Hellebarde und Fächer) eingeflossen und haben letztendlich zu der Namensgebung geführt. Die Entstehung der Kampfkunst Taijiquan führen jedoch alle Hauptstile

Chen                 Yang                 Wu                   Wu Hao            Sun

und die daraus entstandenen zahlreichen weiteren Stile auf Chen Wanting (1587 - 1664) zurück. Als die Mandschus im Jahre 1644 die Ming-Dynastie ablösten wurde der schlachten- und kampferprobte General in den Ruhestand versetzt und entwickelte aus seinen umfangreichen Erfahrungen ein Kampfkunstsystem, das „(weiche) Chenfaust" genannt wurde.

Als Yang Luchan ca. 1840 begann, seinen Stil zu lehren, wurde dieser Mien Quan (Baumwoll Boxen) oder Hua Quan (Neutralisierendes Boxen) genannt.

Er unterrichtete dann auch am kaiserlichen Hof und wurde während eines Kampfes von dem Gelehrten Ong Tong He beobachtet. Dieser war sehr beeindruckt und fand, dass der Kampfstil Yang Lu Chan's das philosophische Prinzip Taiji verkörpere. Er dichtete:

Hände die das Taiji halten, erschüttern die ganze Welt

Eine Truhe, die das absolute Können enthält, besiegt eine Gruppe von Helden

Fortan wurde dieser Kampfstil Taijiquan genannt, was übersetzt soviel heißt wie „das höchste, letzte Erreichbare in der Faustkampfkunst".

Der Ursprung des Taijiquan

Wann, wie, warum, und auch von wem das Taijiquan erfunden wurde, ist heute nur sehr schwer nachzuvollziehen. Eins ist klar: die Ursprünge des Taijiquan liegen wohl in dem Dorf der Chen-Familie. Doch wie genau es dorthin gekommen ist, weiß heute niemand mehr. Es scheint sogar, daß die Frage danach erst aufkam, als verschiedene Autoren begannen, Bücher über das Taijiquan zu veröffentlichen. Doch welche Antworten sie fanden, oder zum Teil auch erfanden, ist höchst unterschiedlich. Im folgenden Text sollen die wichtigsten Theorien vorgestellt werden.

Zhang San Feng

Wer Zhang war, und welche Bedeutung er für die Kampfkünste bis heute noch hat, wurde schon erwähnt. Doch neu ist nun, daß Zhang als der Direkte Begründer des Taijiquan genannt wird. Dazu muß man sagen, daß diese Theorie von den Mitgliedern der Yang-Familie stammt und auch als erstes von ihnen besonders stark verbreitet wurde. Aber auch im Zhaobao-Stil wird diese Meinung vertreten.
Der Yang-Stil führt seine Ursprünge auf den Lehrer von Yang Lu Chan, Chen Chang Xin, zurück, der ein Schüler von Wang Zong Yue war. Wang wiederum war vermutlich ein Schüler von Zhang Song Qi, der als Meister der Wudang-Schule bekannt war. Die Wudang-Schule läßt sich direkt auf Zhang San Feng zurückführen. Bis heute noch kann man einige Ähnlichkeiten mit Taijiquan entdecken, allerdings auch viele Merkmale, die nichts mit Taijiquan gemeinsam haben. Interessant ist jedenfalls, daß im Wudang-Tempel eine Form namens Wudang-Taijiquan überliefert ist. Von dem letzten Lehrer der Mönche im Wudang-Tempel, Xu Ben Shan (1860 bis 1932), weiß man daß er diese Form seinen Schülern im Unterricht weitergab. Woher sie stammte, ist bis heute unbekannt. Daß Xu Taijiquan bei einem der damaligen Lehrer lernte ist höchst unwahrscheinlich. Wann genau diese Form des Taijiquan entstanden ist, oder wie lange sie dort schon geübt wurde, ist auch unbekannt.

Vorläufer des Taijiquan

Einige Namen werden immer wieder genannt, die als Vorläufer des Taijiquan betrachtet werden können. Für die Schreibweisen der im Folgenden aufgeführten Techniken und deren Begründer gibt es Varianten.

Sanshiqi - 37 Positionen oder Figuren, von Xu Xunbing oder Zha Suanming, Einsiedler auf dem Zeyangshan.

Xiantianquan - ein die innere Energie betonender Stil von Li Daozi. Der Name bezieht sich auf die Anordnung der Acht Trigramme "Vor dem Himmel". Li Daozi wurde auch der Meister von Wudang genannt.

Shaoxiutian - die neun kleinen Himmel von Zheng Lingzi, der diese Technik weitergab an Han Kongyue.

Hutianfa - von Yin Lixian, der Hu Jingzi unterwies. Der Name bezieht sich auf die Trigramm-Anordnung "Nach dem Himmel".

Chen Wang Ting

Als Gründer des Taijiquan wurde Chen Wang Ting als erstes von Tang Hao genannt. Er berief sich auf die Aufzeichungen der Chen-Familie. Sie besagen, daß Wang Ting die Formen der "Chen-Faust", Speer und Schwert gegründet hat. Er geht weiterhin davon aus, daß die Chen-Familie nichts von Außenstehenden gelernt hat. Als "Beweis" für diese Theorie erstellte Tang Hao´s Freund Gu Liu Xin ein Dokument, das sie Wang Ting zuschrieben. Dieses Dokument besagt, daß Wang Ting praktisch aus Langeweile das Taijiquan erfunden haben soll. Allerdings können all diese Aussagen als zweifelhaft angesehen werden.
Realistisch betrachtet und das erklären auch verschiedene Quellen hat Chen Wang-Ting mit Sicherheit verschiedene Kampfkunst-Stile gelernt und auch geübt. In der Armee gehörten zeitweise bestimmte Systeme auch zum Ausbildungsprogramm. Es ist also nicht unwahrscheinlich, daß Chen Wang Ting später sein Wissen in eigene Formen und vielleicht einen eigenen Stil einbrachte.

Chen shi - Der Chen-Stil

Der Chen-Stil ist das ursprüngliche und älteste Taijiquan, das aus einer Kombination von altem Quanfa und den neueren inneren Stilen entstand. Aus ihm leiten sich direkt oder indirekt alle anderen Taijiquan-Stile ab. Die Formabläufe enthalten hohe Tritte, Stampftritte, Sprünge, Drehungen und tiefe Stellungen. Seine Hauptmerkmale sind die unterschiedlichen Rhythmen. Langsame, sanfte Bewegungen werden von schnellen, dynamischen abgewechselt.
Durch die Kombination von Hart und Weich wird nicht nur Entspannung, sondern auch schnelle Bewegung, Dynamik und die Reflexe geschult. Im Chen-Stil werden die Hände und Finger stärker bewegt und der Körper wird gedreht und gedehnt.

Chen Wang Ting oder Der Ursprung

Chen Wang Ting (1587 - 1664), der auch Zhou Ting genannt wurde, gilt als der eigentliche Gründer des Chen-Taijiquan. Er gehörte zur 9. Generation der Chen-Familie. Als Offizier der Provinz Shandong war er verantwortlich für deren Schutz vor Räubern und Banditen und hatte sich so mehrmals bewährt. Lange Zeit führte er eine Truppe im Kampf gegen die Qing. Später, nach dem Sturz der Ming-Dynastie (1644), der er lange Jahre gedient hatte, lebte er jedoch sehr abgeschieden und schrieb dazu folgendes auf: "In Anbetracht der vergangenen Jahre, wie tapfer ich kämpfte gegen die feindlichen Truppen, was ich alles riskierte; all die Ehre - sie nützt mir nun nichts. Jetzt, alt und schwach, lasse ich mich leiten von dem Buch vom "Huang Ting". Das Leben besteht für mich in dem Kreieren von Kampfformen, wenn ich deprimiert bin; der Feldarbeit, wenn die Saison da ist und dem Unterrichten der Nachkommen in der freien Zeit, so daß aus ihnen wertvolle Mitglieder der Gesellschaft werden." Ob diese Schrift von ihm stammt ist allerdings umstritten...Er erarbeitete sich vermutlich einen eigenen Stil der Kampfkünste, der die besten Techniken verschiedener anderer Stile in sich vereinte. Zusätzlich richtete er seine neue Kunst nach den Prinzipien der daoistischen Philosophie aus, und erstellte ein System, daß zur Erziehung des Menschen und zur Persönlichkeitsbildung gedacht war. Er ließ seine Erfahrungen aus den alten Daoyin-Systemen (heute Chi Gong genannt) und dem Tuna (Atemtechniken) einfließen und verband sie mit den Erkenntnissen der chinesischen Medizin, so daß das Taijiquan auch von der gesundheitlichen Seite abgerundet wurde. Das Taijiquan unterschied sich so von vielen anderen Kampfkünsten, denen die gesundheitlichen und philosophischen Aspekte meist erst viel später hinzugefügt wurden.

Einflüsse aus dem Shaolin-Kloster

Lange Zeit vermutete man, daß Chen Wang Ting, als General und Kenner der militärischen Literatur, einige Elemte aus dem "Neuen Buch der effektiven Techniken" (Ji Xiao Xin Shu) von General Qi Ji Guang (1528 bis 1587) übernommen hat. Dieses Buch beinhaltet Strategie, den Gebrauch von Waffen und den unbewaffneten Kampf. In dem Kapitel über den unbewaffneten Kampf nennt er 32 Grund-Techniken. Man meinte, daß Chen aus diesem Buch 29 Techniken übernommen und in das damalige Taijiquan integriert hatte. 1918 wurde dann in Shanghai ein Buch namens "Kampfkunst-Klassiker" (Quan Jing) veröffentlicht. In ihm werden die 32 Grundhaltungen der Kampfkunst Sung-Taizhu-Chanquan (Erster Kaiser Sung-Lange Faust) vorgestellt. Sie sind fast identisch mit General Qi´s Haltungen. Vermutlich war es diese Kampfkunst, die Chi in seinem Buch als Basis verwendete, oder seine Schriften wurden irgendwann zur Grundlage dieses Stils. Das Sung-Taizhu-Changquan, oder auch einfach nur Changquan, stammt aus Süd-China und gehört zu den äußeren Kampfkünsten, die sich von dem Shaolin-Quanfa ableiteten. Diese Kampfkunst wird heute noch geübt. Sie besteht aus kraftvollen Techniken, Schütteln des Körpers und fließend in einander übergehenden Bewegungen, sowie aus Greif- und Kontroll-Techniken (Qinna).
Die Einflüsse kamen aber nicht nur aus dieser Kampfkunst. Die Chen-Familie übte auch den Shaolin-Stil Hongquan ("Rote Faust"). Man beachte, wie nahe beieinander das Chen-Dorf und das Shaolin-Kloster liegen! Hongquan wird in ganz Shanxi verbreitet geübt und ist ein Vorläufer des Sung-Taizhu-Changquan. Vermutlich haben folgende Eigenschaften des Hongquan das Taijiquan beeinflußt: die tiefen Stellungen, die sanfte Muskelkraft, der Einsatz von geistiger Kraft anstatt grober körperlicher Kraft, die Energie-Übungen, die plötzlichen Kraft-Entladungen, das Anhaften an den Gegner und die nahe Distanz, in der gekämpft wird. Die Chen-Familie übte weiterhin auch den Shaolin-Stil Paoquan ("Kanonen-Faust") bzw. Paochui ("Kanonen-Schlag"). Die Mitglieder der Chen-Familie beherrschten diese Techniken so gut, daß sie einige Zeit von ihren Nachbarn nur die "Kanonen-Schlag-Chen-Familie" (Paochui Chen Jia) genannt wurden. Das Poaquan besteht aus drei Formen: 2 Formen der "Kleinen Kanonen-Faust" und eine Form des "Großen Kanonen-Schlags". Dieser Stil wird heute noch im Shaolin-Kloster geübt und besteht aus stabilen Stellungen und kraftvollen, explosiven Schägen und Stößen. Es entstanden 5 Formen Chen-Familien-Paochui und eine Form des "kurzen Schlagens" (Duan Da); insgesamt 108 Techniken. Später wurde das Chen-Paochui zu 2 Formen vereinfacht.
Zusammen mit verschiedenen Stilen der äußeren Kampfkünste kamen auch verschiedene Waffen und deren Formen in das Chen-Dorf. Natürlich durfte in dieser Sammlung die bekannteste Waffe der Shaolin-Mönche nicht fehlen: der Langstock. Er war die beliebteste Waffe der Mönche und ihr ständiger Begleiter. Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß er auch in der Chen-Familie großen Anklang fand. Bis heute kann man noch die Ähnlichkeiten des Chen-Stock mit den Shaolin-Formen erkennen.

Die Einflüsse aus der Wudang-Schule

Man nahm schon immer an, daß Taijiquan von den Künsten aus dem Wudang-Gebirge beeinflußt worden ist. Doch ganz genau konnte man das nie nachvollziehen. Wie schon erwähnt, kann man zwar eine entfernte Verbindung zu Zhang San-Feng ziehen, jedoch keine glaubwürdige Überlieferungen finden.
Wer Taijiquan gesehen hat, oder es selbst übt, erkennt aber unweigerlich den Einfluß der weichen Künste. Viele vermuten daher, daß sie durch Jiang Fa in den Chen-Stil eingebracht worden sind. Ansonsten bleibt es nur noch übrig, Taijiquan mit anderen weichen Kampfkünsten zu vergleichen.
Kan Feng-Chi war ein überlieferter Meister der Wudang-Schule. Er kombinierte seine Wudang-Technik mit Aspekten des Shaolin und nannte den neuen Stil Huaquan ("Blumen-Faust"). Tatsächlich kann man Ähnlichkeiten des Huaquan mit Taijiquan finden aber nur im Yang-Stil. So stimmen z.B. Bezeichnungen von Techniken und deren praktische Anwendung überein, wie "Mit beiden Fäusten die Ohren treffen" (kombiniert mit einem Kniestoß zum Gesicht), "Die Laute halten" (Brechen des Ellbogens), "Die Hände kreuzen" (gekreuzte Abwehr)... Wie es dazu kam, daß diese Elemente gerade im Yang-Stil wieder auftauchen, während sie im Chen-Stil unbekannt sind, weiß man nicht. Man kann nur vermuten, daß Yang Lu-Chan außer Chen Chang Xing, noch andere Lehrer hatte. Schließlich studierte er auch die Klassiker der weichen Wudang-schule und kombinierte möglicherweise Wudang-Techniken mit dem Chen-Stil. Es ist aber auch möglich, daß Chen Chang Xing nur wenigen Schülern diesen Aspekt beigebracht hat.
Weitere Ähnlichkeit gibt es bei dem Stil "4 Harmonien und 8 Methoden" (Liuhebafa) des Wudang-Meisters Chang Sung-Chi. Damit sind die 4 Richtungen und 8 verschiedene Kampftechniken gemeint. Sie werden auch "Yin/Yang-5 Wandlungsphasen-8 Trigramm-Taiji-Hände" genannt. Das Konzenpt läßt eine Ähnlichkeit mit den 5 Stellungen (Wu Bu) und den 8 Handtechniken (Ba Men des Taijiquan erkennen, die man dann "13 Grundtechniken" (Shisanshi) nannte. Im Taijiquan wurde die 5. "Richtung", die Mitte, hinzugefügt. Der Wudang-Stil betont außerdem das Absenken des Chi zum untersten Dantian, das Aufrichten der Wirbelsäule, die Jing-Methoden (abgeben von Kraft) und die Weichheit der Techniken zum Neutralisieren von Angriffen.

Die Entwicklung

Chen Wang Ting (1600 bis 1680, 9. Generation) gründete ursprünglich 7 verschiedenen Taijiquan-Formen. Die erste enthielt überwiegend Techniken aus dem Changquan. Dazu entwickelte er noch 5 Basisformen und eine Form des "Kanonenschlages" (Poachui).

Die 5 Basisformen:
Form mit 58 Bewegungen.
Form mit 27 Bewegungen.
Form mit 31 Bewegungen.
Form mit 31 Bewegungen;
wird auch Hongquan, die "Rote Faust" genannt.
Form mit 30 Bewegungen.

Heute werden nur noch zwei Formen geübt, die alle sehr umfangreich sind. zusätzlich entstanden noch verkürzte Formen. Chen Xiao Wang z.B. gründete eine Form mit 38 Bewegungen, die das Erlernen der komplizierten Techniken erleichtern sollte. Im Zuge der kulturellen Revolution, die auch die Kampfkünste umfaßte, entstand eine reformierte Form. Und zusätzlich noch Wu-shu-Wettkampfformen mit 56 und 40 Bewegungen.
Chen Wang Ting hatte drei Söhne: Chen Bing-Chi, Chen Bing-Ren und Chen Bing-Wang, die alle das Taijiquan lernten, wozu damals nur enge Mitglieder der Chen-Familie berechtigt waren. Die beiden ersten hinterließen keinen bekannten Stammbaum. Chen Bing Wang unterrichtete seinen Sohn Chen Chang Xing (1771 - 1853).

Die Brüder Chen You Heng und Chen You Beng lernten von ihrem Vater Chen Gong Zhao, der eine unabhängige Richtung des Chen-Taijiquan weitergab. Die Laojia (Lao Chen Jia Taijiquan - "Alter Stil des Chen-Taijiquan"), das ursprüngliche Chen-Taijiquan, wurde von Chen Wang Ting, über Chen Bing Wang, Chen Chang Xing bis zu Chen Fa Ke weitergegeben. Die Xinjia (Xin Chen Jia Taijiquan - "Neuer Stil des Chen-Taijiquan"), eine neuere Richtung, wurde von Chen Gong Zhao über seine Söhne Chen You Heng und Chen You Beng und von ihnen weiter zu Chen Zhong-Shen und Chen Pin-San weitergegeben. Heute haben sich auch in dieser neuen Richtung kleine Unterschiede ausgebildet
Über zwei Jahrhunderte und fünf Generationen wurde das Taijiquan geheim innerhalb der Familie weitergegeben. Die Meister der 14. Generation Chen You Heng, Chen Chang Xing (1771 - 1853) und Chen You Beng führten einige Veränderungen durch. Chen Chang Xing begann das Taijiquan zum ersten Mal außerhalb der Familie zu unterrichten. Seine berühmtesten Schüler waren Yang Lu Chan und Li Bo Kui. Chen You Beng führte einige änderungen durch und gründete damit den Neuen Rahmen (Xinjia) des Chen-Stils, indem er die ersten drei Formen vereinfachte. Die Änderungen waren aber nicht wesentlich; die Prinzipien wurden alle beibehalten.

Chen Chang Xing

So weit wir wissen, war Chen Chang Xing (1771 bis 1853, 14. Generation) geübt in der Familien-Kunst des Paochui und wurde dann auch Schüler von Jiang Fa. Über die erste Begegnung der beiden ist eine Geschichte bekannt, die uns wohl schon etwas bekannt vorkommt: Es kam eines Tages, daß Chen Chang Xing gerade seine Schüler unterrichtete, als Jiang Fa vorbeikam. Er war gerade auf dem Rückweg seines Besuchs bei seiner Mutter in Henan und wollte wieder  in seinen Tofu-Laden in Shanxi. Zufällig sah er Chen beim Üben mit seinen Schülern und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, bevor er weiterging. Chen ärgerte sich über den Lacher, verfolgte ihn und griff ihn von hinten an der Schulter. Doch Jiang drehte sich nur um, und Chen flog in großen Bogen auf den Boden. Als Chen erkannte, daß er einen überlegenen Kämpfer vor sich hatte, bat er Jiang Fa, sein Schüler werden zu dürfen. Jiang versprach ihm darauf nach drei Jahren wiederzukommen und ihn zu unterrichten. Und er hielt sein Versprechen. Damals wandelte sich Chen Chang Xing´s Kampfkunst: sie war nur noch zur Hälfte Paochui und wurde zur anderen Hälfte Wudang-Stil.
Doch weil Chen Chang Xing Schüler von Jiang Fa wurde, verboten ihm die Älteren des Dorfes weiterhin die Chen-Familienkunst des Paochui zu unterrichten. Das mag ein Grund sein, weshalb auch Yang Lu Chan berichtete, daß Chen Chang Xing den Unterricht im Geheimen, Nachts in seinem Hinterhof abhielt. Chen Chang Xing gründete die Yilu und die Erlu (Paochui), indem er die Techniken aus einer Azahl anderer Formen des Chen-Stils zuzamenstelte. Chen Chang Xing war bekannt für seine aufrechte und strenge innere Haltung. Sein Sohn Chen Geng-Yun (15. Generation) arbeitete als Bewacher einer Transportgesellschaft in Shandong. Sein Ruf als Kampfkunstexperte drang bis zum Gouverneur der Provinz vor, der daraufhin seine Kinder zu Geng Yuns Sohn Chen Yan Xi (16. Generation) zum Unterricht schickte.

Chen-Taijiquan Xiaojia

Chen You Ben (14. Generation) reformierte den alten Chen-Stil, indem er die Formen kürzte und Techniken veränderte oder wegließ. Sein neuer Stil wurde zuerst als Xinjia ("Neuer Stil") bezeichnet, um ihn von dem Laojia zu unterscheiden, heute ist er in Chenjiagou als Xiaojia ("Kleiner Stil") bekannt.

Chen Fa Ke und Chen-Taijiquan Xinjia

Chen Fa Ke (1887 - 1957, auch Chen Ke Fa), der Sohn von Chen Yan Xi und Enkel von Chen Chang Xing, unterrichtete seit 1928 das Chen-Taijiquan öffentlich in Beijing (Peking). Fa Ke, mit dem Ehrennamen Fu Sheng war in ganz China bekannt und besiegte zahlreiche Gegner. Er unterrichtete einen Bewegungsablauf (Lu) mit 83 Bewegungen. Er war wohl einer der populärsten Vertreter der Chen-Familie und war bei seinen Schülern, sowie bei den anderen Kampfkunst-Meistern äußerst beliebt. Er war das jüngste Kind in seiner Familie. Sein Vater, der auch Lehrer von Yuan Shi Kai´s Haushalt war, war bei seiner Geburt schon 60 Jahre alt. Seine beiden älteren Brüder sind schon früh an einer Epedemie gestorben und so kam es, daß Fa Ke sehr verwöhnt wurde. Als Kind war er sehr bequem und schwächlich, er übte selten und wurde von seinem Vater nicht zum Training gezwungen. Sein etwas älterer Cousin dagegen war bekannt für sein Talent, seine Stärke und seine Geschicklichkeit, die er schon im Taijiquan erreicht hatte. Als Fa Ke etwa 14 Jahre alt war, lachte das ganze Dorf über ihn, wegen seinen Charaktereigenschaften. Er bemerkte, daß er seinem Vater, der das Familienoberhaupt und ein geschätzter Kämpfer war, Schande machte und schämte sich sehr. Da nahm er sich vor, seinen Cousin in seinen Fähigkeiten zu übertreffen. Doch er brauchte dafür viel Zeit, und erst als er verstand, daß nur harte und beständige Übung zum Erfolg führt, machte er Fortschritte.
Seit dieser Zeit übte er härter und öfter, als jeder andere der Schüler. Als sein Vater schon drei Jahre nicht mehr im Dorf war, gelang es Fa Ke seinen Cousin im Zweikampf zu besiegen. 1907, im Alter von 20 Jahren nahm er an einem Turnier in Wenxiang teil und gewann viele Ehren. Erzählungen über seine Fähigkeiten erreichten so den General Han Fu Ju, der ihn als Kampfkunst-Lehrer einstellen wollte. Fa Ke lehnte aber ab und ärgerte den General damit so, daß dieser einem seiner Angestellten befahl, Fa Ke mit dem Speer anzugreifen. Er entwaffnete den Angreifer aber mühelos und richtete die Kraft gegen ihn.
1928 ging er nach Peking zu seinem Neffen Chen Zhao Pei und etablierte durch verschiedene Kämpfe mit bekannten Vertretern der Kampfkünste dort das Chen-Taijiquan.

Er übte bis zu seinem Tod mit großer Härte und Disziplin und erzog auch seine Schüler in diesem Sinne, er sagte ihnen immer wieder, daß die konsequente und ernsthafte Übung wichtiger sei, als Talent und Geschicklichkeit. Über ihn ist eine interessante Geschichte bekannt, die von einem Wettkampf im Wushu handelt, den Xu Yu Shen, der Leiter des Beijinger Wushu Zentrums und ein späterer Schüler von Fa Ke, organisierte. Er bat Fa Ke, als Schiedsrichter bei dem Wettkampf zu fungieren, doch der lehnte ab, da er seiner Meinung nach nichts von Wushu verstehe. Nach einiger Zeit ging er dann doch darauf ein, wenigstens als Assistent mitzuwirken. Vor den Kämpfen entwickelte sich eine Diskussion, als jemand vorschlug, die Dauer der einzelnen Kämpfe auf 15 Minuten zu beschränken. Um Zeit zu sparen, schlug Fa Ke vor, die Zeit auf 3 Minuten zu begrenzen und später meinte er noch, er würde auch ausreichen, langsam bis drei zu zählen. Einer der Wushu-Kämpfer namens Li Juan-Hua meinte, Fa Ke mache sich über ihn lustig und forderte ihn sogleich auf, einem Kampf mit ihm in dieser Zeit auszutragen. Li machte die erste Bewegung und Fa Ke wehrte ihn ab und schleuderte ihn mit einer einzigen Bewegung gegen die Wand. Li fiel zu Boden und ein zerbrochenes Bild und Putz rieselten auf ihn herunter, doch er war nicht ernsthaft verletzt. Chen Fa Ke akzeptierte mehr als 200 Herausforderungen und verlor nie einen Kampf. Fa Ke hatte Tausende von Schülern und verbreitete das Chen-Taijiquan stark in ganz China. Zu seinen bekanntesten Schülern gehören: Chen Zhou Xu (sein erster Sohn),Chen Zhao Kui (sein zweiter Sohn), Chen Zhao Pei, Feng Zhi Qiang, Gu Liu Xin, Liu Rui Zhi, Tang Hao, Li Jing Wu, Li Mu Nin, Hong Jun Sheng und Tian Xiu Chen.

Die Erben

Fa Ke´s zweiter Sohn Chen Zhao Kui (1928 - 1981; 18. Generation) begann sein Studium unter seinem Vater im Alter von 8 Jahren. Er gehörte nach einigen Jahren zu den Hauptvertretern des Xinjai-Stils und verbreitete ihn in Shanghai und Nanjing. Als in China die sogenannte Kultur-Revolution begann, durfte das Taijiquan nicht mehr unterrichtet werden, viele der Kampfkunst-Meister wurden verfolgt oder hatten unter dem politischen Druck zu leiden. Darunter auch Chen Zhao Kui. Er arbeitete lange Zeit als Wachmann und unterrichtete nur im Geheimen. Als Taijiquan ab 1974 wieder geübt werden durfte, unterrichtete er viele Schüler, darunter auch Chen Xiao Wang. Er unterrichtete hauptsächlich die zwei Formen, die er von Fa Ke übernommen hatte. Im Unterschied zu seinem Vater, der sehr große und weite Bewegungenlehrte, unterrichtete Zhao Kui in erster Linie enge kleinere Techniken. Er war bekannt für seine guten Qinna-Techniken. Auf die Bitte von Wang Xian ging er 1973 nach Chenjiagou und verbreitete auch dort den Xinjia. Zhao Kui unterrichtete sowohl privat, als auch öffentlich. Seine Hauptschüler waren: Chen Xiao Wang, Chen Zheng Lei, Wang Xian und Zhu Tian Cai. Weitere Schüler waren: Ling Zhian, Cheng Jin Zhai, Ma Hong und Wu Xiou Bou.
Chen Zhao Pei (1893 - 1972, 18 Generation, auch als Chen Ji Fu bekannt), der Sohn von Chen Deng Ke, studierte mit Chen Yan Xi, Chen Pin San und Chen Fa Ke. In jungen Jahren verließ er Chenjiagou und ging nach Gansu und Hebei, wo er auch Taijqiquan unterrichtete. 1921 kehrte er zurück, um seine Studien zu vertiefen und für die Wenxian Kampfkunst-Gesellschaft zu unterrichten. 1928 ging er zum Unterrichten nach Beijing und bat auch Chen Fa Ke zu ihm zu kommen.1930 zog er aus beruflichen Gründen nach Nanjing, wo er sein Buch über Chen Taijiquan veröffentlichte, das stark von den Werken von Chen Xi geprägt war. Zu dieser Zeit entwickelte er auch eine Doppel-Schwert-Form für das Taijiquan. 1942 zog er nach Xian, später ging er nach Kaifeng/Henan. 1958 ging er nach Chenjiagou zurück und unterrichtete dort. Befor er kam, so sagt man, war das Chen-Taijiquan am Aussterben in Chenjiagou, was nicht unwesentlich von Chen Fa Ke´s Fortgang nach Beijing beeinflußt war, der nie zurückkehrte. Wie auch immer - Chen Zhao Pei brachte neues Leben nach Chenjiagou. Unter anderen unterrichtete er auch so bekannte Mister wie: Chen Xiao Wang, Chen Zheng Lei, Wang Xian und Zhu Tian Cai. Während der Kulturrevolution unterrichtete er seine Schüler im Geheimen, wodurch sein Heim, gleichzeitig seine Schule, zum Kern der Taijiquan-Studien wurde. Feng Zhi Qiang (1926 geb., 18. Generation) wurde in Shulu, Xian, Provinz Hebei geboren und studierte Tongbeiquan bei Han Xiao-Feng ind Hebei und Liu He Xingyiquan bei Hu Yao Zhen in Shanxi. !951 wurde er Schüler von Chen Fa Ke in Beijing. Er gründete später mehrere neue Formen: die vereinfachte 24er Form, eine 48er Form und eine 24er Paochui-Form.

Chen Xiao Wang

Der Enkel von Chen Fa Ke (17. Generation) und Sohn von Chen Zhao Xu, Chen Xiao Wang (geb. 1946), ist der heutige offizielle Vertreter des Chen-Taijiquan. Er gründete eine verkürzte Form mit 38 Bewegungen, um das Erlernen des komplizierten Chen-Stils zu vereinfachen. Dabei wurde er sowohl vom Xinjia als auch vom Laojia des Chen-Stils beeinflußt.. Chen Xiao Wang gewann viele Goldmedaillen und Auszeichnungen und gilt heute als "Staatsschatz" der VR China. Sein bekanntester Schüler ist Shen Xi Jing (geb. 1962), der seit seinem 8. Lebensjahr von ihm unterrichtet wurde. 1995 gründete Chen Xiao Wang die WCTA (World Chen Taiji Association), einen Weltverband des originalen Chen-Stil Taijiquan. Chen Xiao Wang lebt heute in Australien und gibt regelmäßig Kurse in Deutschland.
Die WCTA wird in der VR China von Shen Xi Jing vertreten. Shen Xi Jing (geb. 1962) begann im Alter von 8 Jahren bei Chen Xiao Wang zu studieren und gewann im Alter von 12 Jahren viele Preise damit. Er studierte in Beijing Sportwissenschaft und Akupressur und spielte in über 35 Filmen als Kampfdarsteller mit. Auch er gibt regelmäßig Lehrgänge in Deutschland. In Deutschland gibt es eine Tochterorganisation, die WCTAG (World Chen Taiji Association Germany), geleitet von Jan Siberstorff.

Yang shi - Der Yang-Stil

Der moderne Yang-Stil unterscheidet sich vom Chen-Stil durch die gleichmäßig langsamen Bewegungen, ohne besondere Rhythmusänderungen. Es gibt hier keine komplizierten Tritte, keine Sprünge und kein Stampfen. Die Stellungen sind viel höher und entspannter. Die zwei Hauptmerkmale sind: Sinken - der Atem und das Chi wird in das Dantian abgesenkt; und Entspannen - Körper und Geist werden so weit wie möglich entspannt. In diesem Stil wird besonders großer Wert auf die Shisanshi, die "Dreizehn grundlegenden Bewegungsarten", gelegt.
Durch die große Popularität gibt es immer mehr Unterschiede in den Formen. Die alte Form bestand aus 108 Bewegungen, eine neuere von Yang Cheng Fu hat nur noch 85 Bewegungen. 1989 wurde im Wushu-Verband eine verkürzte Form mit 40 Bewegungen gegründet.
Der Yang-Stil machte das Taijiquan berühmt, wie kein anderer. Bemerkenswert ist die große Anzahl der Schüler, die von den Yang-Stil-Meistern ausgebildet wurde. Der Yang-Stil ist auch in Europa und den USA am meisten verbreitet.
Aus ihm haben sich einige andere Stile des Taijiquan abgeleitet.

Wie Yang Lu Chan Taijiquan lernte

Der Stil-Gründer Yang Lu Chan (1799 - 1872, eigentlich Yang Fu Kui) wurde als Bauernsohn in der Provinz Hebei in dem Dorf Zhili geboren und mußte schon früh seinen Lebensunterhalt selbst verdienen. Vermutlich wurde er im Shaolin-Stil Hungquan (Hunggar) unterrichtet, und erhielt so eine gute Basis in den Kampfkünsten. Im Alter von zehn Jahren kam er zu einem Apotheker, einem Mitglied der Chen-Familie. Yang gelang es, die nächtlichen geheimen Traininge durch ein Loch in einer Scheunenwand zu beobachten und heimlich zu üben. Durch sein besonderes Talent brachte er es zu einem beachtlichen Fortschritt, obwohl er vermutlich keinen persönlichen Lehrer hatte. Doch durch eine Unvorsichtigkeit wurde sein heimliches Üben bekannt. Chen Chang-Xing gab ihm etwas Geld und schickte ihn fort, da er die Familie hintergangen hatte. Nach einer anderen Version der Geschichte erkannte Chen Chang-Xing Yang als Schüler an und erlaubte ihm öffentlich zu unterrichten. Yang Lu Chan kehrte, nachdem er dreißig Jahre bei der Chen-Familie geblieben ist, zuerst in sein Heimatdorf in Hebei zurück, ging aber bald nach Beijing, wo er eine Schule gründete. Zu dieser Zeit war er ungefähr 40 Jahre alt. Das ist nur eine der vielen verschiedenen Versionen dieser Geschichte. Um ein einigermaßen vollständiges Bild der verschiedenen Varianten von Yang Lu Chans Lebensgeschichte zu geben, möchte ich einige andere Versionen ebenfalls aufzeigen. Obwohl Yang Lu Chan noch gar nicht so lange tot ist, ist über sein Leben, jedenfalls bis er begann, in Beijing zu unterrichten, wesentlich unbekannter, als das anderer Zeitgenossen. Man muß dazu verstehen, daß seine Schüler und Enkelschüler nach seinem Tod versuchten, ihm nachträglich eine möglichst akzeptable Vergangenheit zu verschaffen, da sie teilweise, wie Lu Chan selbst auch, in den besseren Kreisen und beim Mandschu-Adel unterrichteten. Es herrschte damals die Meinung, daß ein großer Meister auch eine möglichst ebenmäßige Vergangenheit haben sollte. Dagegen kursieren viele Geschichten und Varianten, die wohl als wahrheitsgetreuer zu betrachten sind. Dazu kommt, daß mit der Zeit immer mehr Ausschmückungen hinzugefügt wurden. Xü Chen, ein bekannter Kampfkunst-Gelehrter, ging der Geschichte des Taijiquan nach und stieß dabei auf eine handgeschriebene Kopie von Li Yi Yu, die er von einem Manuskript von Wu Yu Xiang angefertigt hatte. Weiterhin befragte Xü Chen auch viele alte Menschen, die eventuell noch alte Geschichten zu berichten hatten. Die Ergebnisse veröffentlichte er in einem Buch (1936). Er fand heraus, daß die Chen-Familie in Yongnian eine Apotheke besaß, die sich "Halle der großen Harmonie" (Taihetang) nannte. Der Besitzer, Chen De Hu, was einer der reichsten Männer der Gegend und er engagierte Chen Chang Xing als Taijiquan Lehrer für seine Söhne. Yang Lu Chan war lange Jahre der Diener von Chen Chang Xing und schnappte vieles auf und begann auch des öfteren den Schülern zu helfen. Das beeindruckte Chang Xing so, daß er begann, ihn zu unterrichten und ihn später für 50 Unzen Silber freikaufte, worauf Lu Chan nach Yongnian zurückging. In Yongnian blieb er in der Apotheke beschäftigt. In der Gegend lebte auch Wu Yu Xiang und seine beiden Brüder, Angehörige des Landadels. Sie waren sehr an allen Kampfkünsten interessiert. Wu Yu Xiang durchbrach alle Standesbarrieren und wurde als Adliger der Schüler eines Dieners, Yang Lu Chan´s. Doch schon bald wollte er selbst bei Chen Chang-Xing lernen und machte sich auf den Weg nach Chenjiagou. In seinen Schriften wird Yang Lu Chan kaum erwähnt, vermutlich da er kein standesgemäßer Lehrer war.
Eine Legende erzählt, daß zu der Zeit, als Yang Lu Chan noch Diener bei Chen Chang Xin war, ein bekannter Gongfu-Meister Chen zum Zweikampf herausforderte. Sein Sohn und bester Schüler nahm die Herausforderung an und wurde besiegt. Der Meister wollte nun mit Chen Chang Xin selbst kämpfen, doch dessen Schüler behaupteten, daß er verreist war. Doch der Meister wollte nicht aufgeben, suchte sich eine Unterkunft in der Nähe und kam alle drei Tage, um seine Herausforderung zu wiederholen. So ging das einige Monate und Chen wurde immer verleugnet.Eines Tages kam der Fremde wieder und sagte, wie üblich: "Ich würde gerne Meister Chen Chang Xin treffen und ihn bitten, mich ein paar Kampftechniken zu lehren." was nichts weiter als eine höfliche Herausforderung bedeutete. Wie üblich trat ein Schüler hervor und sagte: "Tut mir leid, Meister, unser Meister ist noch nicht zurück." "Dann komme ich in drei Tagen zurück.", antwortete der Fremde. Doch diesmal trat ein Diener hervor und sagte: "Ich habe ein bißchen Chen-Taijiquan geübt. Ich bin nicht sehr gut darin, aber ich würde mich geehrt fühlen, wenn ihr mich freundlicherweise unterrichten würdet". Der Diener war niemand anderes als Yang Lu Chan. Er versetzte die Chen-Familie noch mehr in Erstaunen, als er den fremden Meister besiegte und wurde dann von Chen Chang Xin als Schüler angenommen.
Eine andere Variante, die Wu Yu Xiangs Enkel Wu Lai Xu in einem Buch veröffentlichte, erzählt, daß Wu Yu Xiang von Anfang an Schüler von Chen Chang Xing werden wollte, aber aus verschiedenen Gründen sein Land nicht verlassen konnte. So schickte er Yang Lu Chan, einen einfachen Diener, an seiner Stelle, um zu studieren und später ihn selbst zu unterrichten. Später ging Wu dann doch selbst nach Henan und studierte bei Chen Qing Ping. Nach einer anderen Version war Yang Lu Chan Diener der Familie Wu und wurde in deren Apotheke nach Henan geschickt, wo die Chen-Familie ebenfalls eine Apotheke betrieb. Dort hatte er Gelegenheit, das Training zu beobachten und übertraf bald alle Schüler, so daß er selbst als Schüler angenommen wurde.
Nach 2 Jahren bat er um sein Gehalt und ging wieder nach Yongnian zurück, wo er Wu Yu Xiang unterrichtete. Doch bald ging Wu nach Zhaobao und studierte bei Chen Qing-Ping, wo er große Fortschritte machte. Lu Chan bekam Angst, sein ehemaliger Schüler könnte ihn übertreffen und nahm selbst wieder sein Studium bei Chen Chang Xin auf. Dieser gab ihm die alten, klassischen Texte des Taijiquan. Lu Chan begann die daoistische Philosophie zu studieren, machte auch eine Reise zum Wudang-Gebirge und entwickelte auf dieser Basis die Tuishou ("Die drückenden Hände" oft auch "Klebende Hände" genannt). Als er in die "gewöhnliche" Welt zurückkehrte, führte Wu Yu Xiang ihn in die Pekinger Gesellschaft ein und verhalf ihm so zu Schülern aus den besseren Kreisen. Noch eine weitere Geschichte erzählt, daß Chen De Hu, der Apotheker, nach seinem Tod eine junge Witwe hinterließ. Da Yang der einzige männliche Diener im Haus war, konnte er nicht dort bleiben, ohne gegen die guten Sitten zu verstoßen. Deshalb wurden seine Kaufpapiere vernichtet und er wurde als freier Mann entlassen.
Als Diener wurde ihm verboten den Hinterhof des Hauses von Chen Chang Xin zu betreten, egal was auch passiert. Yang machte sich erst keine Gedanken darum. Doch in einer sehr heißen Sommernacht, als er nicht schlafen konnte, stand er auf, um einen Spaziergang zu machen. Als er an der Außenmauer des Hinterhofes stand hörte er plötzlich Stimmen und andere Geräsche. Und da er sehen wollte, was dort vor sich geht, den Hof aber nicht betreten durfte, ging er um die Mauer herum, bis er ein Loch fand, daß groß genug war, um in den Hof zu spähen. Er sah Chen Chang Xin, wie er eine kleine Gruppe von Schülern in Kampftechniken und Atemübungen unterrichtete. Als er dann alleine war, versuchte er die Übungen zu wiederholen. Und da sich diese Art zu lernen bewährte, beabachtete Yang die nächtliche Gruppe regelmäßig. Nach einigen Jahren kehrte Yang nach Hause zurück, um sein Können im Zweikampf mit einigen lokalen Schlägern und Kampfkunst-Übenden zu testen. Zu seiner Enttäuschung verlor er jeden Kampf. So kehrte er ins Chen-Dorf zurück, um weiter zu lernen. Nachdem Chen ihn inige weitere Jahre unterrichtet hatte, kehrte Yang noch einmal in seine Heimat zurück, ums ich wieder an den gleichen Kämpfern zu messen. Diesmal gewann er die Kämpfe, aber er merkte auch, daß er es nicht einfach hatte. Er schloß daraus, daß er noch einiges lernen mußte, um seine Kunst zu vervollständigen. So kehrte er ein drittes Mal zu Chen Chang-Xing zurück.
Chen war sehr beeindruckt von Yang´s Hartnäckigkeit und seinem starken Willen, so daß er ihm restlos alles zeigen wollte, was er konnte, ohne etwas zurückzuhalten. Doch vorher wollte er ihn noch einer letzten Prüfung unterziehen. Als Yang zum Unterricht erschien, stellte sich Chen schlafend und ließ ihn lange still sitzend warten. Als er endlich aufwachte, sagte er, daß er zu müde zum unterrichten sei und Yang morgen kommen sollte. Als Yang den nächsten Tag wieder kam, wiederholte sich das Spiel; und so ging es viele Tage weiter. Eines Tages als Chen sich wieder schlafend stellte, rollte sein Kopf ungemütlich zu einer Seite. Yang sah das sofort und kniete sich in eine sehr ungemühtliche Haltung, um mit beiden Händen Chen´s Kopf zu stützen, so daß dieser bequem liegen und schlafen konnte. Am Abend diesen Tages bat Chen ihn wieder den nächsten Tag zu kommen. Doch diesmal begann er tatsächlich mit dem Unterricht. Nach weiteren drei Jahren, sagte Chen, daß er nun alles unterrichtet hätte, was er selbst wisse und das er jetzt selbst ein Meister sei und seinen eigenen Stil unterrichten dürfe. So kehrte Yang wieder zurück nach Yongnian und gründete seine eigene Kampfkunstschule und begann dort, auch Fremde in seiner Kampfkunst zu unterrichten. Da er von diesem Zeitpunkt nie mehr besiegt wurde, erhielt er schon bald den Beinamen Lu Chan, was "Der Unbesiegbare" heißt.

Yang Lu Chan's Aufstieg

In Beijing waren viele der berühmtesten Kampfkunstschulen des Landes vertreten. Jeder Neuankömmling, der wie es Yang tat, eine Schule eröffnete, mußte viele Zweikämpfe austragen. Nur so konnte er zu einem guten Ruf und zu zahlreichen Schülern kommen. Er richtete das Taijiquan neu nach den alten überlieferten Texten aus und versuchte so, das Taijiquan zu seinem Ursprung zurückzuführen. Lu Chan und nach ihm sein Sohn Ban Hou unterrichteten unter anderen auch Wu Quan-You, den Gründer des (neueren) Wu-Stils. Er unterrichtete er seine Söhne nicht nur in den langsamen Bewegungen des Yang-Stils, sondern auch in dynamischen Techniken und im Zweikampf. Die Bewegungen hatten mehr Härte und wurden schneller ausgeführt, die Stellungen waren wohl auch tiefer. Man erzählt, daß Lu Chan in der Haltung "Die tiefe Peitsche" mit dem Mund eine Münze vom Boden aufheben konnte. In den Übungen wurden recht häufig Fasheng, Kampfschreie, ausgestoßen.

Yang Lu Chan´s Taijiquan

Das Yang-Taijiquan, das Yang Lu Chan unterrichtete, unterscheidet sich von den heutigen Stilen. Es wird allgemein als Laojia (Lao Yang Jia Taijiquan), "Alter Stil", bezeichnet. Heute kennt man ihn unter der Bezeichnung Dajia, "Großer Stil". Die Bewegungen waren weit und geräumig. Yang vereinfachte aber auch diesen Stil so, daß er ihn leicht an Unerfahrene unterrichten konnte. Diesen vereinfachten Stil lehrte er auch am Kaiserhof. Seine besten Schüler aus den Reihen der adeligen Mandschu waren Quan You, der später seinen eigenen Stil gründete (Wu), Wan Chun und Ling Shan. Den alten Yang-Stil gab er an Yang Jian Hou weiter. Er unterrichtete Zhang Qin Ling, der das Gelernte dann an Wang Yan Nian weitergab. Yang Ban Hou und Yang Cheng Fu haben ausschließlich die neuere vereinfachte Version unterrichtet. Vermutlich kannten sie aber auch die von Lu Chan ursprünglich gegründete Version. Da die ursprüngliche Version so schwierig zu erlernen war, veränderte er sie so, daß sie für jeden einfach nachzuahmen war. Diese Form nannte man damals "Kleine Form". Lu Chans Taijiquan mußte damals noch sehr stärke Ähnlichkeit mit dem alten Chen-Taijiquan gehabt haben. Aber durch die "Kleine Form" wurde der erste Schritt in Richtung des heute bekannten Yang-Stils gemacht, der durch Yang Cheng Fu noch stärker verändert wurde. Vermutlich wurde diese Form von Yang Lu Chan als eine Form der Selektion eingesetzt. Früher war es in den Kampfkünsten nicht unbedingt üblich, mit Geld einen Kampfkunst-Lehrer zum Unterricht zu verpflichten. Die Schüler mußten oft jahrelang um diese Gunst werben, hauptsächlich, indem sie täglich schwere Arbeiten für ihren Lehrer verrichteten und verschiedenen Loyalitäts-Tests unterzogen wurden. Erst als der Meister seinen Schüler für Wert genug empfand, begann er mit dem Unterricht. Der Schüler wurde vorher auf seinen Charakter, seine Treue, Hingabe und Disziplin geprüft. So verhinderte der Meister, unverantwortliche Schüler auszubilden, die ihn und seine Kampfkunst nicht hoch genug schätzten. Doch zu Lu Chan´s Zeiten wurde das öffentliche Unterrichten gerade populär. Die alten Werte mußten weichen. Und doch bürgerten sich bei den Meistern neue Auswahlverfahren ein. So unterrichteten viele Meister, speziell für die Masse entwickelte Formen und Techniken, gaben aber die wahren Stil-Geheimnisse nur an ausgewählte Schüler weiter. So wurden Schlüsselbewegungen verändert, Anwendungen falsch unterrichtet und absichtlich falsche Schwerpunkte gelegt. Nur eine kleine Auswahl von Fortgeschrittenen, die sich über Jahre hinweg als besonders treu und zuverlässig erwiesen hatten, wurden in die wahre Kampfkunst eingeweiht. Ähnliche Vorgehensweise läßt sich auch im Yang-Stil vermuten. Das führte zu den Legenden über die "Geheimnisse" des Taijiquan, die zu übernatürlichen Fähigkeiten verhelfen sollten, wenn sie gefunden werden.

Geschichten zu Yang Lu Chan

Über Yang Lu Chan gibt es natürlich viele Geschichten, die von seinen besonderen Fähigkeiten berichten. Eine der Geschichten berichtet, daß er immer sehr großzügig war und, wann immer es ihm möglich war, seinen Besitz auch gerne an seine Freunde und Verwandten weitergab. Eines Tages besuchte ihn ein Freund und bat ihn, ihm mit einer geringen Summe Geldes auszuhelfen, er wolle es im nächsten Jahr zurückzahlen. Lu Chan wollte ihm das Geld natürlich geben, aber vorher wollte er sich noch einen kleinen Spaß mit ihm machen. Er sagte zu seinem Freund: "Wenn ich dir das Geld leihe, kannst du mir dann auch einen Gefallen tun? Faß das Ende meines Speers und ich werfe dich aufs Dach. Kommst du mit den Füßen auf dem Dach zu stehen, dann leihe ich dir das Geld, verfehlen die Füße das Dach, dann leihe ich dir nichts." Widerwillig stimmte der Freund zu und packte das Ende des Speers. Mit einer einzigen Bewegung schleuderte Lu Chan ihn in die Luft, so daß er genau mit den Füßen auf dem Dach landete. Der Freund war vollkommen verwirrt und wagte nicht, sich auch nur im geringsten zu bewegen, bis Lu Chan ihm mit einer Leiter wieder vom Dach half. Danach lieh er ihm das Geld.
Eine andere Geschichte handelt von einem Zweikampf, den Lu Chan auf einer breiten Stadtmauer austrug. Sein Gegner merkte schnell, daß er unterlegen war und wich, aus Angst verletzt zu werden, ständig vor Lu Chans Bewegungen zurück. Er näherte sich immer mehr dem Abgrund, verlor plötzlich das Gleichgewicht und stürzte von der Mauer. Lu Chan sprang nach vorne und bekam noch den Fuß des Mannes zu fassen und rettete ihm so das Leben. Lu Chan übte sich besonders gern mit dem Speer. Er war so geschickt damit, daß er auch kleinste Gegenstände mit dem Speer vom Boden hochwerfen und mit der freien Hand fangen konnte. Seine Freunde erzählten immer mit Bewunderung von seiner Fähigkeit, Pfeile mit der Hand zu werfen und damit auch sehr kleine und entfernte Ziele zu treffen. Aber am bekanntesten ist wohl folgende Geschichte über seine Reaktionsschnelligkeit: Als Lu Chan an einem regnerischen Tag in seinem Haus saß, kam seine Tochter mit einer großen Schüssel voll Wasser zur Tür herein. Als sie den Vorhang öffnete, rutschte sie auf den nassen Stufen aus und wäre beinahe in das Zimmer hineingefallen. Als Lu Chan das bemerkte, sprang er auf und faßte mit einer Hand seine Tochter am Arm und mit der anderen hielt er ihr den Vorhang auf. Nicht ein Tropfen Wasser wurde dabei verschüttet. Yang Lu Chan hatte zu seiner Zeit als Lehrer 18 Kämpfe mit anderen Kampfkunst-Meistern und siegte in allen, so daß er den Ehrennamen "Yang der Unbesiegbare" erhielt.

Tai Chi , Qigong, TCM  - ein sanfter Weg zu mehr Gesundheit

Die positiven gesundheitlichen Auswirkungen von Qigong und Tai Chi Chuan sind so vielfältig, das es schon fast verwirrend erscheint und oft Unglauben und Skepsis hervorruft.

Wir sind es eben so gewohnt: eine Pille für die Kopfschmerzen, eine für den Blutdruck, eine für den Darm, eine Salbe gegen den Juckreiz.... Die westliche Medizin betrachtet die Beschwerden und Leiden eben selektiv, ortsbezogen und als separat zu behandeln.

Tai Chi und Qigong sind jedoch wesentliche Bestandteile der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und die östliche Medizin sieht da die Zusammenhänge ganz anders: Krankheit wird hier als Disharmonie betrachtet, das natürliche (gesunde) Zusammenspiel von Körperteilen, Organen, Haut, Nerven und Geist ist aus dem Gleichgewicht geraten und bewirkt so die Symptome.

Das Bestreben der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) liegt somit im Auflösen der Disbalancen und Wiederherstellen der natürlichen Harmonie des gesamten Körpers (auch des Geistes, der Emotionen, ...). Sie sieht den menschlichen Körper eben ganzheitlich und setzt in ihrer Behandlungsmethode auch genau da an.

Ist der Mensch in seinem natürlichen Gleichgewicht, so ist der Mensch gesund.

Ist das nicht eine der zutreffendsten und schönsten Definitionen für Gesundheit?

Als Anfang des letzten Jahrhunderts dann westliche und östliche Medizin aufeinander trafen, war die Skepsis auf beiden Seiten groß. Beide Lager konnten sich die Wirkungsweise des jeweilig anderen nicht wirklich vorstellen und bezweifelten die Erfolgsaussichten. Aber beide Seiten haben dazugelernt: natürlich wird in China auch nach westlichen Behandlungsmethoden geheilt und kaum noch ein westlicher Arzt bezweifelt die Wirkungsweise der ganzheitlichen medizinischen Methode. Vor allem in Bereichen, in denen die westliche Medizin nicht wirklich helfen kann, wird häufig auf die östliche Medizin verwiesen und vor allem die Bewegungsübungen empfohlen.

Tai Chi und Qigong bewirken eine Ganzkörperharmonisierung und beziehen durch die langsam, bewusst und konzentriert ausgeführten Bewegungen auch den Geist und die Emotionen mit ein. So wird der Körper sanft, aber durchaus auch intensiv gekräftigt und der Geist beruhigt sich.

Gesundheitliche Auswirkungen

Im Jahre 1972 führten die Tongji Universität und ein angesehenes Krankenhaus von Shanghai eine wissenschaftliche Studie über den therapeutischen Wert des Tai Chi mit Fu Zhong Wen und Fu Sheng Yuan als Übungsleitern durch. Die Ergebnisse, die bei Herz- und Milzkrankheiten, Gelenkentzündungen und Schlafstörungen bereits nach drei Monaten erzielt wurden, bewegten das Ministerium für Sport, den therapeutischen Wert des Tai Chi Chuan offiziell anzuerkennen. Darauf folgende Untersuchungen zeigten eine vorbeugende bzw. heilende Wirkung auch bei Bluthochdruck, Magenproblemen, Nervenkrankheiten und anderen chronischen Krankheiten. Außerdem untermauerte die Studie, dass Tai Chi Chuan die Funktion von Herz und Lunge allgemein verbessert und den ganzen Körper kräftigt.

In den folgenden Jahrzehnten wurden zahlreiche Studien überall auf der Welt durchgeführt und diese ersten Ergebnisse bestätigt.  Wer an einer Krankheit leidet, der sollte vielleicht einmal den Namen der Krankheit und Tai Chi ( z.B. „Migräne Tai Chi") in einer Suchmaschine eingeben, die Ergebnisse werden euch überraschen.

Nahezu alle Krankenkassen und Gesundheitsorganisationen empfehlen Qigong und Tai Chi, hauptsächlich als wirkungsvolle Prävention, Verbesserung von Körperkoordination und Gleichgewicht (Verringerung der Sturzgefahr bei Senioren) sowie Stärkung des Immunsystems und Ganzkörperkräftigung.  Aber auch in der ReHa wird gerne auf diese östlichen Techniken zugegriffen, da die langsam und bewusst ausgeführten Bewegungen auch für geschwächte oder auch unsportliche Menschen  bestens geeignet sind, die Intensität der Übungen muss dann eben an die Leistungsfähigkeit angepasst werden (siehe auch Osteoporose-Kurs).

Wer also Tai Chi und Qigong nur auf „Meditation in der Bewegung" reduziert, tut diesen Übungssystemen eigentlich Unrecht.

TCC und Qigong können von allen Altersgruppen - von frühester Jugend bis hin ins hohe Alter - erlernt und praktiziert werden, und können ohne Aufwand überall durchgeführt werden.

Die Yang Family Tai Chi Chuan Association

Im Oktober 1998 gründeten die Großmeister Yang Zhenduo und Yang Jun die International Yang Family Tai Chi Chuan Association, in der sie die einzelnen Yang Chengfu Tai Chi Chuan Center zusammenfassten. Die ersten dieser Zentren wurden 1995 in den USA von den beiden Meistern und ihren besten Schülern geschaffen. Derzeit gibt es ca. 32 Ausbildungszentren in 14 Ländern. Dazu kommen noch ca. 22 Affiliated Schools, also anerkannte zugehörige Schulen, zu denen wir hoffentlich auch bald gehören werden. Alle diese Zentren unterrichten Tai Chi Chuan im Traditionellen Yang-Stil, wie er von der Yang-Familie in China gelehrt wird. Die Yang Family Tai Chi Chuan Association ist der größte und wohl aktivste Zusammenschluss von Tai Chi Begeisterten weltweit.

Im Jahr 2008, anläßlich des 10 jährigen Jubiläums des Yang Cheng Fu Centers in Seattle und unter Anwesendheit der Großmeister von 4 weiteren Familienstilen (Chen, Wu, WuHao und Sun), trat Großmeister Yang Zhenduo zurück und ernannte seinen Enkel Yang Jun, unter dem Applaus der anwesenden Großmeister, zum amtierenden Linienhalter und damit Großmeister der Yang Family Tai Chi Schule. Somit wurde Yang Jun im Alter von nur 40 Jahren zu einem der jüngsten Großmeister in der Geschichte des Tai Chi. Und diese verantwortungsvolle Aufgabe meistert er souverän. Zu seinen wichtigsten Erfolgen zählen das Bewußtmachen des Martial Arts Charakters des Tai Chi, die deutliche Annäherung der verschiedenen Familienstile mit dem Bewußtsein, zusammen wertvolleres und mehr für die Verbreitung des Tai Chi erreichen zu  können - siehe Symposium - und die weitere Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten in aller Welt. Dafür ist er unermüdlich unterwegs. Wir werden wohl noch viel von ihm zu erwarten haben.

Großmeister Yang Jun besucht jährlich jeweils eins dieser Ausbildungs-Zentren pro Land und gibt dort Wochenseminare, an denen auch die interessierte Bevölkerung teilnehmen kann. Außerdem unterrichtet er noch 2 x jährlich in der Teacher Academy, einer speziellen Schule für die Lehrerausbildung. Die Association ist eine gemeinnützige Organisation in Seattle im Staat Washington (USA). Der Sitz der Organisation befindet sich im Yang Chengfu Tai Chi Chuan Center in Seattle.

Das gesamte Schulungsprogramm und viele weitere nützliche Informationen finden Sie unter   http://www.yangfamilytaichi.com

 

Beatrice Trebuth

 Beatrice Trebuth 

Mitbegründerin des Tai Chi Zentrum Heidelberg 1985
Ausbildung und mehrjährige Lehrtätigkeit in Taiji Quan und Qigong bei Prof. Dr. San Li Chang in Heidelberg, Ausbildung in TCM im International TCM College Nanjing, Ausbildung in chinesischer Heilkunde bei C.Dialosa, 2-jährige Ausbildung in chinesischer Pharmakologie bei Barbara Kirschbaum; eigene Praxis für chinesische Medizin und Ernährungsberatung seit 1988.
Von 
2002 bis 2009 Dozentin für Chinesische Diätetik (ABZ Nord) in Hamburg.
Co-Autorin der Bücher Das Fünf Elemente Kochbuch von Temelie/Trebuth 1993 und Die Fünf Elemente Ernährung für Mutter und Kind von Temelie/Trebuth, 1994. Diese Bücher gelten als Standardwerk für die chinesische Ernährungslehre.
...und Beatrice war meine allererste Tai Chi Lehrerin...

mehr Infos: http://beatrice.trebuth.de/beatrice-trebuth

Das Online-Anmeldeformular -hier-

Qi Gong ist eine alte Methode zur Entspannung und Gesundheitsförderung und vereinigt Bewegung, Atmung und Energielenkung. Qi Gong sowie Tai Chi Chuan entwickelten sich in den Klöstern und Familien-Klans, die Übungstraditionen lassen sich länger als 2000 Jahre zurückverfolgen.

Das Symbol von Yin und Yang steht als Einheit aller Gegensätze, die sich in ihrer polaren Kraft ergänzen und ein Gleichgewicht finden. Das Streben nach Gleichgewicht ist ein natürlicher Prozess in der Natur und im Menschen. Die Regulation des Qi`s erfolgt durch die Bewegung, die vom Atem begleitet wird. Dies fördert Ruhe und Achtsamkeit.
Gesundheit und Vitalität basieren auf dem ungehinderten Fluss dieser Lebensenergie Qi.

Das Wuhzin Daoin „das Spiel der 5 Tiere“ - die alte Form

Das Wuhzin Daoin geht auf den berühmten Arzt Hua Tuo zurück. Es ist einer der ältesten Qi Gong Stile und wird seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. geübt. Nach chinesischer Tradition  lehrte  Hua Tuo seinen Schülern das Wuhzin Daoin bis in die 78. Generation in mündlicher Überlieferung. Meister Guo lehrte es Prof. Dr. Sanlii Chang in Taiwan und dieser gab es seit 1988 an einige Schüler in Deutschland und USA weiter. Beatrice ist eine seiner wenigen Meisterschülerinnen.

Im Spiel der 5 Tiere geht es darum, die Wesensmerkmale der Tiere nachzuahmen und ihre Qualität zu verinnerlichen. Die Symbolkraft des Tieres wird aufgenommen, z.B. die Geschmeidigkeit des Tigers, die Beweglichkeit des Affen und die Achtsamkeit des Rehs, die Weite und Leichtigkeit des Kranichs und die Stabilität des Bären. Dieses umfangreiche Qi Gongsystem vereint in wunderbarer einfacher Weise körperliche Dehnung und Lösung einhergehend mit dem Verwurzeln nach unten und dem Öffnen nach oben – Himmel und Erde.

 

Eine Anleitung ist als ebook unter http://www.buch24.de/1433252704-210668264/shopdirekt.cgi?id=14657569&p=3&sid=&static=0&nav=  erhältlich.

Muster

 Beatrice Trebuth 

Mitbegründerin des Tai Chi Zentrum Heidelberg 1985
Ausbildung und mehrjährige Lehrtätigkeit in Taiji Quan und Qigong bei Prof. Dr. San Li Chang in Heidelberg, Ausbildung in TCM im International TCM College Nanjing, Ausbildung in chinesischer Heilkunde bei C.Dialosa, 2-jährige Ausbildung in chinesischer Pharmakologie bei Barbara Kirschbaum; eigene Praxis für chinesische Medizin und Ernährungsberatung seit 1988.
Von 
2002 bis 2009 Dozentin für Chinesische Diätetik (ABZ Nord) in Hamburg.
Co-Autorin der Bücher Das Fünf Elemente Kochbuch von Temelie/Trebuth 1993 und Die Fünf Elemente Ernährung für Mutter und Kind von Temelie/Trebuth, 1994. Diese Bücher gelten als Standardwerk für die chinesische Ernährungslehre.
...und Beatrice war meine allererste Tai Chi Lehrerin...

mehr Infos: http://beatrice.trebuth.de/beatrice-trebuth

Das Online-Anmeldeformular -hier-

Qi Gong ist eine alte Methode zur Entspannung und Gesundheitsförderung und vereinigt Bewegung, Atmung und Energielenkung. Qi Gong sowie Tai Chi Chuan entwickelten sich in den Klöstern und Familien-Klans, die Übungstraditionen lassen sich länger als 2000 Jahre zurückverfolgen.

Das Symbol von Yin und Yang steht als Einheit aller Gegensätze, die sich in ihrer polaren Kraft ergänzen und ein Gleichgewicht finden. Das Streben nach Gleichgewicht ist ein natürlicher Prozess in der Natur und im Menschen. Die Regulation des Qi`s erfolgt durch die Bewegung, die vom Atem begleitet wird. Dies fördert Ruhe und Achtsamkeit.
Gesundheit und Vitalität basieren auf dem ungehinderten Fluss dieser Lebensenergie Qi.

Das Wuhzin Daoin „das Spiel der 5 Tiere“ - die alte Form

Das Wuhzin Daoin geht auf den berühmten Arzt Hua Tuo zurück. Es ist einer der ältesten Qi Gong Stile und wird seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. geübt. Nach chinesischer Tradition  lehrte  Hua Tuo seinen Schülern das Wuhzin Daoin bis in die 78. Generation in mündlicher Überlieferung. Meister Guo lehrte es Prof. Dr. Sanlii Chang in Taiwan und dieser gab es seit 1988 an einige Schüler in Deutschland und USA weiter. Beatrice ist eine seiner wenigen Meisterschülerinnen.

Im Spiel der 5 Tiere geht es darum, die Wesensmerkmale der Tiere nachzuahmen und ihre Qualität zu verinnerlichen. Die Symbolkraft des Tieres wird aufgenommen, z.B. die Geschmeidigkeit des Tigers, die Beweglichkeit des Affen und die Achtsamkeit des Rehs, die Weite und Leichtigkeit des Kranichs und die Stabilität des Bären. Dieses umfangreiche Qi Gongsystem vereint in wunderbarer einfacher Weise körperliche Dehnung und Lösung einhergehend mit dem Verwurzeln nach unten und dem Öffnen nach oben – Himmel und Erde.

 

Niclaas Thiele

Niclaas Thiele ist Schüler von Frank Marquardt und Jan Silverstorff  - http://www.wctag.de - mit der ersten Lehrerstufe im Chenstil.  Weitere Infos auf  http://www.chenstyle-lübeck.de 

Lehrgangsinhalt:

Struktur und Push Hands

  1. Teile Taijiquan Struktur:

    Stehende Säule: Durch die Körperkorrekturen wird der Schüler in die richtige Ausrichtung gebracht um das wai san he (Die äußeren drei Zusammenschlüsse) zu erfahren.
    - Schultern und Hüfte verbinden sich
    - Ellenbogen und Knie verbinden sich
    - Hand und Fuß verbinden sich
    Weiterhin wird auf das nei san he (Die inneren drei Harmonien) aufmerksam gemacht, wovon am Anfang nur der erste Satz von Bedeutung ist:
    - Das Herz verbindet sich mit der Aufmerksamkeit
    - Die Energie verbindet sich mit der Kraft
    - Die Sehnen verbinden sich mit den Knochen

    Seidenübung: Die erlernte Struktur wird in Bewegung gebracht. Mit relativ einfachen Bewegungen wird darauf geachtet, die Struktur nicht zu verlieren und die Energiekreisläufe kennen zu lernen.
    - Frontale Seidenübung
      1. Energie (Qi) fließt von den Fingerspitzen zur Hüfte. 2. Energie (Qi) fließt von der Hüfte zur   
      Körpermitte (Dantian). Bewegung 1 und 2 gelten als Yin Bewegung, da sie zum Zentrum fließen.
      3. Energie (Qi) fließt von der Körpermitte die Wirbelsäule hoch 4. Energie
      (Qi) fließt vom 7. Halswirbel zu den Fingerspitzen. 3 und 4 gelten als Yang Bewegungen.
    - Zweihändige Seidenübung
    - Vordere- und Rückläufige Seidenübung.
  2. Push Hands:
    1. Routine (auch Einhändige Routine genannt)
    - Ting jin               Kraft hören
    - Dong jin             Kraft verstehen
    - Hua jin               Kraft umleiten, verwandeln
    - Fa jin                   die eigene Kraft hinzugeben

    Struktur Push: Hier darf nur die Balance des Gegenübers durch die erlernte eigen Struktur nach vorne gebrochen werden und dann zur Seite gebracht werden um den Gegenüber zu zwingen eine Schritt zu machen.

    Freies Pushen ohne Schritt: Hier darf sich nun bewegt werden, wie man möchte. Wenn einer ein Schritt macht, hat dieser verloren.

    Freies Pushen mit Schritt: Mal sehen, ob wir dazu kommen :-).

 

 

Meinhard Habib

Meinhard Habib -  bekannter All-Stil-Pusher aus Hamburg - wer ihn kennt, weiß, das lohnt sich!

 

Meinhard Habib lernt seit den 1980ern Kampfkunst und verbindet sie mit Elementen der Körperarbeit um “innere und äußere Bewegung” zu fördern. Er hat den zweiten Dan im Shinson Hapkido, ist anerkannter Lehrer für Taijiquan und praktiziert Esalen Massage. Seine Philosophie sieht Kampfkunst als freies, “Open Source”-Kulturerbe der Menschheit. Daher bringt er eine Mischung seiner erlernten Techniken und Lehrmethoden in den Einzel- und Gruppenunterricht ein, in dem sich innere und äußere Kampfkunst wie Yin und Yang bedingen, eines ist ohne das Andere nicht möglich.

Carola Pfeiffer und Meinhard Habib haben 2002 eine alte Drogerie in der Holstenstr. 184, D-22765 Hamburg zu einem Ort des Üben umgewandelt. Seitdem findet dort einmal im Monat (meistens der letzte Sonntag 13:00 -17:00 Uhr) ein Pushhands-Treffen statt, das in der Zwischenzeit zu einer festen Institution in der Taiji-Szene geworden ist. Push Hands Interessierte aus ganz Norddeutschland reisen hier an, sicher auch wegen der außergewöhnlichen Workshops mit Meinhard, die oft vorher (11:00 – 13:00 Uhr) hier stattfinden.  

Beide sind in der deutschen Push Hands Szene überaus bekannt und geachtet, sie haben maßgeblich bei der Verbreitung des Tui Shou mitgewirkt.          

Ich selber besuche diese Treffen gerne und oft – von unserem Vereinshaus her organisieren wir auch die gemeinschaftliche Fahrten dahin.

Allgemeines über Push Hands hier